Neueste Forschungsergebnisse für Baustoff der Zukunft

Prokurist Alois Traunwieser, Ziegelwerk Eder, Ottilie und Alexander Egger, Projektentwicklung A&O Egger Bau GmbH, Schallexperte Johann Spiessberger, IBTS GmbH (v. li. n. re.)
Wärme dringt an sonnigen Wintertagen bis zu 20 Zentimeter tief in den Ziegel ein und wird dort gespeichert. Das schützt vor Algenwachstum auf der Fassade und verbessert die Energiebilanz.
Aktuelle Forschungsergebnisse fließen umgehend in Realisierung von Bauprojekten ein.

Die Firmengruppe Eder mit Sitz in Peuerbach hat im Rahmen der ARGE „Ziegel Bau Zukunft“ Behaglichkeit beim Bauen und Wohnen mit einer massiven 50 Zentimeter Ziegelmauer grundlegend erforscht. Die Bauakademie Salzburg diente den Bauexperten in den letzten drei Jahren als Forschungspark. Dabei wurde das Verhalten des Ziegels unter realen Witterungseinflüssen in eigens errichteten Simulationsräumen gemessen. Jetzt liegen die gesamten Untersuchungsergebnisse vor, die wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung aktueller Bauvorhaben beitragen und in die Entwicklung zukünftiger Produkte einfließen. So konnte wissenschaftlich erwiesen werden, dass Ziegel auch bei längeren Hitzewellen angenehme Innentemperaturen halten, im Winter weniger Energie verbrauchen als im Energieausweis berechnet und vor Algenwachstum auf der Fassade schützen. Die neuen Forschungsergebnisse wurden bereits bei einem Neubauprojekt in Kematen an der Krems berücksichtigt.

50 cm Ziegel ohne zusätzliche Dämmung bieten bei hohen Außen-temperaturen optimale Wohnqualität
Die ARGE ZIEGEL BAU ZUKUNFT ging in Kooperation mit der TU Wien und der FH Wels der Frage nach, ob Gebäude aus Ziegeln auch ohne zusätzliche Dämmung die heutigen hohen Ansprüche an Behaglichkeit erfüllen können. Die Wirkung von monolithischen 50 cm starken Ziegelwänden wurden sowohl im Sommer als auch im Winter gründlich darauf untersucht, ob die Innentemperatur ohne hohen Energieaufwand und zusätzlichem Vollwärmeschutz in einem angenehmen Bereich gehalten werden kann. Jetzt wurde ein wissenschaftlicher Nachweis dafür erbracht, die Ergebnisse der Messungen sprechen eindeutig für die Bauweise mit massiven Planziegeln.

Behaglichkeit im Sommer durch Ziegelbauweise
Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben und aktuell festzustellen ist, sind milde Winter und sehr heiße Tage im Sommer keine Ausnahme mehr in Österreich. Die Gebäude müssen entsprechend gebaut werden, denn um einen Raum elektrisch um einen Grad abzukühlen, braucht es viermal so viel Energie wie den gleichen Raum um einen Grad zu erwärmen. Die Ergebnisse in den Simulationsräumen zeigen, dass bei Beschattung und ausreichender Belüftung die Temperatur innen immer in einem angenehmen Bereich unter 25 Grad blieb, auch wenn die Außentemperatur bei über 35 Grad lag und längere Hitzeperioden gegeben waren.

Ziegel verbrauchen weniger Energie als im Energieausweis berechnet und schützen vor Algen- und Pilzwachstum
Im Versuch wurde außerdem nachgewiesen, dass Gebäude mit einer Hülle aus 50 cm Planziegeln mit einem U-Wert von 0,15 W/m²K weniger Energie verbrauchen als im Energieausweis errechnet. Laut den Ergebnissen der FH Wels sogar um 18 % weniger. „Dieser positive Effekt ergibt sich, weil Wärme an sonnigen Wintertagen bis zu 20 Zentimeter tief in den Ziegel eindringt und dort gespeichert wird“, erklärt Prokurist Alois Traunwieser vom Ziegelwerk Eder.

Die Ziegelbauweise ohne Zusatzdämmung hat dadurch noch einen weiteren Vorteil: Algen und Pilzwachstum kommen auf der massiven Ziegelwand nicht vor. Außenwände aus reinen Ziegeln sind tendenziell wärmer und es bildet sich weniger Feuchtigkeit, die wiederum Nährboden für Keime, Pilze und Algen ist. „Das ist für mich als Chemiker ein sehr wichtiges Argument und als Bauherr freue ich mich über geringe Instandhaltungskosten“ so Alexander Egger, Projektentwickler vom Wohnpark Schulfeld in Kematen an der Krems, der sein Wohnbauprojekt mit Ziegeln von Eder realisiert hat. „Nachhaltig Bauen heißt nicht nur ressourcenschonend und umweltfreundlich zu bauen, sondern auch niedrige Betriebskosten und Alltagstauglichkeit zu garantieren“ setzt Mutter Ottilie Egger nach.

Richtiger Schallschutz ist ein weiteres wesentliches Qualitätskriterium bei Mehrfamilienhäusern
„Uns war die Wahl kompetenter Partner sehr wichtig. Eder bietet seinen Kunden verschiedene optimale Schallschutzpakete“, erklärt Egger. Von der Planung bis zur Übergabe gibt dieses Paket Sicherheit für die Einhaltung der gesetzlichen Schallschutzanforderungen. Für dieses Projekt in Kematen hat der Bausachverständige und Schallschutzexperte Johann Spiessberger die Konstruktionsvorschläge, Anschlussdetails sowie die abschließende Überprüfung übernommen. „Den Baustoff sowie die ausgeführten Anschlüsse nachträglich zu ändern ist meistens nur schwer und mit großem Kostenaufwand möglich. Gleich berücksichtigt ist es ein minimaler Mehraufwand, der ein ruhiges Wohnen garantiert“, unterstreicht Prof. Spiessberger, Institut für Bauphysik, Bautechnik und Schallschutz (IBTS GmbH) diese Initiative.

Eder setzt massiv auf Forschung und Entwicklung
„In unserem neuen Forschungszentrum und Labor in Peuerbach werden die gesamten Mess- und Forschungsergebnisse evaluiert und für neue Produktentwicklungen aufbereitet“, betont Marketingleiterin Britta Jagsich. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Produktion von kompletten Ziegelsystemen – von den Außen- über die Innenwände bis hin zu Ziegeldecken für den privaten Hausbau, sowie für den Gewerbe- und Objektbau. Die Produktpalette umfasst, um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden,  bereits Ziegel in über 100 verschiedenen Formaten. Die Produktvielfalt sowie die hohe technische Kompetenz ermöglichen eine schnelle Anpassung an neue Herausforderungen und machen Neuentwicklungen schnell realisierbar.

Den unterschiedlichen Anforderungen am Bau wird darüber hinaus mit lösungsorientierten Ansätzen begegnet. Eder bietet seinen Kunden neben der umfassenden Produktpalette ausführliche Beratungsleistungen zu allen Fragen rund um das Bauen. Nur so können essentielle Details und Wünsche im Vorfeld betrachtet und Komplikationen während der Realisierung ausgeschlossen werden. Neben bautechnischen Details achten die Bauberater speziell auf energetische und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen.