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03.07.2008

Lehmbauworkshop im Ziegelwerk

Führende Lehmbauer Martin Rauch und Anna Heringer veranstalten dreitägigen Workshop mit angehenden ArchitektInnen der Kunstuniversität Linz in Peuerbacher Ziegelwerk.

Das Thema „Masse, Plastizität und Ursprünglichkeit“ bestimmt 3 Tage das Geschehen im Ziegelwerk Eder und sorgt für staunende Blicke der Belegschaft. Menschlichkeit und Benutzerfreundlichkeit von Gebäuden liegen Anna Heringer besonders am Herzen. Sie fordert Bescheidenheit, Schlichtheit und würdevolle Architektur von Ihren StudentInnen und zeigt auf, dass ArchitektInnen die Möglichkeit haben etwas zu bewegen. Ganz gegen den derzeitigen Trend setzt Heringer auf Beschränkung auf das Wesentliche, Unvollkommenheit und das „Alterndürfen“ von Häusern.


Der derzeitige Trend in der Architektur zu Offenheit und Durchsichtigkeit braucht große, geeignete Grundstücke und ist extrem ressourcenaufwendig. Eine Gegenbewegung des Rückzugs, der Besinnung auf ursprüngliche, natürliche Materialien und dessen Auswirkung auf den Raum ist spürbar und findet vermehrt Ihre Vertreter in Kunst und Architektur. „Wir machen das nicht für eine nostalgische, rückwärts gewandte Agrargesellschaft“, sagt Roland Gnaiger, Professor an der Kunstuniversität Linz, „natürliche Rohstoffe kommen ganz groß. Sie werden nicht nur ein gesundes Klima und Wohlbefinden bereiten, sondern sie werden mit ästhetischer Ausstrahlung bezaubern“.


Wie kein anderer Baustoff erfüllt Lehm ökologische und baubiologische Anforderungen. Er ist örtlich verfügbar, schont Ressourcen, ist angenehm zu verarbeiten, verbessert das Raumklima, reguliert die Luftfeuchtigkeit, bietet eine gute Akustik und hat eine angenehme Oberflächentemperatur, er gibt keine Schadstoffe ab und ist vollkommen recyclebar. Der Lehmbaupionier Martin Rauch führt die Studierenden in die Techniken des Stampflehmbaus, Lehmputze und –anstiche ein und zeigt gleich deren Verarbeitung und Veredelungsmöglichkeiten. Hannes Eder, Geschäftsführer, zeigt sich begeistert von den Arbeiten der StudentInnen: „da sind sicher viele Kombinationsmöglichkeiten von gebranntem und ungebranntem Lehm, die in nächster Zukunft Einzug in den regionalen Hausbau finden werden.“


Anna Heringer: Doktorantin an der Kunstuniversität Linz und Projektmanagerin des Lehrstuhls BASEhabitat, architekturkonzepte, in Linz. Heringer hat in Bangladesch gemeinsam mit einer lokalen Hilfsorganisation und unter Mitwirkung der einheimischen Bevölkerung eine zweigeschossige, besonders kinderfreundliche Schule gebaut und den Unterpriviligierten eine Zukunftschance gegeben. Sie hat dabei fast nur Materialen (Lehm, Stroh, Bambus, Jute) aus der Umgebung verwendet und wurde mit dem höchstdotierten Architekturpreis, den Aga-Kahn-Preis für Architektur, ausgezeichnet.


Martin Rauch: Vorarlberger Lehmbaupionier aus Schlins. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich in grundlegender und angewandter Forschung mit dieser uralten Technologie und ihrer zeitgemäßen Anwendung. Sein besonderes Interesse gilt der Stampflehmtechnik, einem Verfahren, in dem das Material nicht nachträglich verkleidet oder geschönt wird. Experimentelle Wohnhäuser entstanden in Vorarlberg in Kooperation mit namhaften lokalen Architekten. Die Versöhnungskirche in Berlin und eine Stampflehmwand im Landeskrankenhaus Feldkirch zählen zu seinen bekanntesten Projekten.


ZIEGELWERK EDER GMBH & CO KG  4722 Peuerbach, Bruck 39, Tel.: +43 (0) 7276 / 24 15-0, Fax: +43 (0) 7276 / 33 45, e-mail: info@eder.co.at

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