Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem ein komfortables Innenklima ohne ein konventionelles Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht werden kann. Der Großteil des HeizwärmebedarfDer Heizwärmebedarf (HWB) gibt an, wie hoch der zu erwartende jährliche Wärmebedarf für die Beheizung des Hauses ist. s wird durch solare Einstrahlung und innere Wärmequellen gedeckt. Der Jahresheizwärmebedarf liegt bei einem Passivhaus, bei einer Raumtemperatur von 20°C, bei maximal 10 kWh pro m² Nutzfläche.
Dieser sehr gute Energiestandard wird erreicht durch:
Bauteil | Systemempfehlung | |
Außenwand: | ≤ 0,12 | EDERPLAN XP 38 mit 18 cm Vollwärmeschutz |
Fenster: | ≤ 0,80 | Passivhausfenster |
Oberste Geschoßdecke: | ≤ 0,10 | Ziegeldecke mit 40-50 cm Dämmung |
Kellerdecke: | ≤ 0,18 | Massivdecke mit 12-20 cm Dämmung |
Planungshinweis | Lüftung/ Luftdichtheit | ||
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Wohnbauförderung – Landesdarlehen: 59.000,- Euro** | |||
* Die angeführten U-WertDer U-Wert misst den Wärmeverlust durch einen Bauteil.
Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.e sind als Richtwerte zu verstehen. ** Ohne Zuschläge für Kinder, barrierefreies Bauen und Reihenhaus.
Ausführungshinweis:
Die Verwirklichung eines Passivhauses verlangt eine sorgfältige Bauausführung.
Auf eine genaue Bauüberwachung ist zu achten.
Die Wärmedämmwerte (U-WertDer U-Wert misst den Wärmeverlust durch einen Bauteil.
Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.e) der Bauteile liegen unter 0,15 W/m²K. Eine hochgedämmte Außenwand ist Grundvoraussetzung für ein Passivhaus. Wandaufbauten mit 30 cm Dämmung sind üblich. Die Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke beträgt 40 bis 50 cm. Die Wärmeverluste nach unten (Keller) werden mit hohen Dämmstärken von 20 bis 30 cm gering gehalten.
Bei den Fenstern wird auf einen guten Wärmedämmwert von Verglasung und Rahmen geachtet. 3-fach Wärmeschutzverglasung (U-WertDer U-Wert misst den Wärmeverlust durch einen Bauteil.
Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. < 0,6 W/m²K) und supergedämmte Fensterrahmen mit reduziertem Verlust am Glasrand sind erforderlich. Der Gesamt-U-WertDer U-Wert misst den Wärmeverlust durch einen Bauteil.
Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. (Glas und Rahmen) sollte möglichst unter 0,8 W/m²K liegen. Wichtig bei der Auswahl der Fenster ist auch, wieviel Sonnenenergie durch die Fenster ins Haus kommt. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) sollte über 50 % liegen.
An Wärmebrücken geht durch Form- oder Materialwechsel verhältnismäßig viel Wärme verloren. Daher muss bei einem Passivhaus auf eine wärmebrückenfreie Konstruktion besonderes Augenmerk gelegt werden.
Dazu sind kritische Anschlussdetails (Decken, kalter Keller oder Bodenplatte, Fenster, Dach) detailliert zu planen und besonders sorgfältig auszuführen. Für die Wohnbauförderung ist die thermisch hochwertige Konstruktion der Bauteilanschlüsse nachzuweisen.
Die luftdichte Hülle muss das gesamte beheizte Volumen eines Hauses vollflächig umschließen. Nur dadurch werden Lüftungswärmeverluste minimiert und das Bauwerk vor Schäden durch kondensierende Feuchte aus der Raumluft geschützt. Sämtliche Bauteilanschlüsse mit Konstruktions- oder Materialwechsel sind genau zu planen und bauüberwachend zu begleiten. Ziegelmauerwerk wird durch fachgerecht ausgeführten Innenputz dauerhaft luftdicht. Es ist darauf zu achten, dass nach Herstellung der Luftdichtheit die Hülle nicht durch Folgearbeiten, wie z.B. Elektro- und Sanitärinstallationen, undicht wird.
Die Gebäudedichtheit wird durch eine Luftdichtheitsmessung nachgewiesen. Der so gemessene Luftwechsel bezogen auf das Raumluftvolumen (nL50) darf beim Passivhaus
0,6 h-1 pro Stunde nicht unterschreiten.
Passivhäuser werden über eine kontrollierte Wohnraumlüftung automatisch mit Frischluft versorgt. Die kontrollierte Wohnraumlüftung garantiert eine sehr hohe Raumluftqualität bei gleichzeitiger Energieeinsparung durch Wärmerückgewinnung aus der Abluft.
Eine zusätzliche Vorerwärmung der Frischluft über einen Erdwärmetauscher ist möglich und bei Passivhäusern meist notwendig. Damit wird der Nachheizbedarf weiter gesenkt und die Vereisungsgefahr im Wärmetauscher ausgeschlossen.
Richtige Auslegung, die Verwendung hochwertiger Komponenten und fachgerechter Einbau sind für die zufriedenstellende Funktion die wesentlichsten Voraussetzungen.
Auch wenn der Heizenergiebedarf sehr gering ist, ist ein Heizsystem für den Restwärmebedarf auf jeden Fall erforderlich. Dieses kann im Minimalfall nur eine Beheizung der Zuluft sein. In den meisten Fällen wird aus Komfortgründen ein konventionelles Niedertemperatur-Heizsystem (z.B. Fußbodenheizung) eingebaut. Auch bei einem Passivhaus würde bei extremen Wetterbedingungen die Innentemperatur ohne Heizung auf einen inakzeptablen Wert fallen. Aus Umweltschutzgründen sollte die erforderliche Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energieträgern erfolgen, z.B. mit einem kleinen Holz-Pelletsofen oder einer Wärmepumpe.
Sonnenkollektoren übernehmen im Sommer die Warmwasserbereitung, im Winter kann die Erwärmung mit dem Haustechniksystem erfolgen.
Durch die Verwendung effizienter Haustechnik und die Ausstattung des Passivhauses mit stromsparenden Haushaltsgeräten kann der Gesamtenergiebedarf weiter reduziert werden.
Ziel ist es, dass der gesamte jährliche Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom 42 kWh pro m² Nutzfläche nicht überschreitet.
Durch eine Ausrichtung der Fenster nach Süden kann die passive Sonnenenergienutzung optimiert werden. Glasflächen nach Norden sollten minimiert werden. Ein hoher Fensteranteil an der Südfassade leistet einen enormen Beitrag zur Raumheizung. Vor allem bei großen Fensterflächen muss aber wegen Überhitzungsgefahr im Sommer eine Abschattung vorgesehen werden (z.B. außenliegende Raffstore).
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