Zukunft Ziegel

Forschungsprojekt zeigt:

Hoher solarer Eintrag der massiven Ziegelwand ist wissenschaftlich nachgewiesen. Die monolithische Ziegelbauweise ist wärmetechnisch deutlich besser als es im Energieausweis dargestellt wird.

  • Ausgangslage
  • Zielsetzung
  • Wärmeschutz mit Ziegel
  • Sommertauglich mit Ziegel
  • Fazit

Die Simulationsräume

Die Bauakademie Salzburg diente Bauexperten die letzten drei Jahre als Forschungspark. Dabei wurde das Verhalten des Ziegels unter realen Witterungseinflüssen in eigens errichteten Simulationsräumen gemessen.

Die Räume wurden aus 50 cm starken Planziegeln und bauteilaktivierten Bodenplatten und Decken errichtet. Sie sind mit 150 Sensoren ausgestattet, um die Änderungen des Raumklimas und die Temperatur im Ziegelmauerwerk unter realen Bedingungen zu erforschen. Daraus werden Rückschlüsse auf Unterschiede zu Berechnungen im Energieausweis gezogen.

Ziegel für Simulationsräume

Ziele

  • Erstens zu beweisen, dass der Ziegelbau bestens für die Kombination mit der thermischen Bauteilaktivierung geeignet ist.
  • Zweitens zu belegen, dass auch ohne zusätzliche Dämmung der Wände ein behaglicher und sehr energieeffizienter Wohnraum aus Ziegeln geschaffen werden kann.

 

Der Praxisbeleg bedeutet nun einen entscheidenden Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit bei Gebäuden und eine deutliche Kosteneinsparung.

Simulationsraum

Forschungsergebnis Nr. 1

Obwohl keine Dämmung angebracht war, konnte in den Ziegelsimulationsräumen selbst bei besonders niedrigen Außentemperaturen ein behagliches Raumklima beibehalten werden.

 

Die Masse der 50-cm-Ziegelmauer speicherte die Wärme und hielt die Temperatur im Innenraum weitestgehend konstant. Damit wurde der Beweis erbracht, dass Ziegelmauern ohne Zusatzdämmung thermisch hocheffizient sind und Temperaturschwankungen sehr gut ausgleichen.

Temperaturverlauf im Winter

Die Ziegelbauweise ohne Zusatzdämmung hat noch einen weiteren Vorteil: Algen- und Pilzwachstum kommt auf massiven Ziegelwänden kaum vor. Außenwände aus reinen Ziegeln sind tendenziell wärmer und es bildet sich weniger Feuchtigkeit.

Forschungsergebnis Nr. 2

Durch die Masse der dicken Wände werden Tempraturspitzen an heißen Tagen ausgeglichen und auch in stark genutzten Räumen wird für ein behagliches Klima gesorgt.

 

Ziegelgebäude ohne Zusatzdämmung zeigen also nicht nur im Winter ihre Stärken, sondern sind auch im Sommer behaglich und das ohne zusätzliche Kühlung.

 

Wurden die Simulationsräume beschattet und gut gelüftet, blieb die Temperatur innen immer in einem angenehmen Bereich unter 25 Grad, sogar bei über 35 Grad Außentemperatur und längeren Hitzeperioden.

Temperaturverlauf im Sommer

Die Dämm- und Speicherkraft der Bauteile reicht damit klar aus- und das ganz ohne Vollwärmeschutz und Klimaanlage.

Resultat

Behagliches Wohnen ist mit einem reinen Ziegelmauerwerk ohne zusätzliche Kunststoffdämmung möglich. Im Versuch erwies sich vor allem die Kombination mit der Bauteilaktivierung von Böden und Decken als vielversprechend für die Zukunft.

  • Sowohl im Sommer als auch im Winter gelang es ein behagliches Raumklima sicherzustellen, und das ganz ohne zusätzliche Dämmung.
  • Die Speicherkraft des Ziegels sorgte im Winter selbst dann für eine angenehme Raumtemperatur, wenn draußen tiefe Minusgrade herrschten.
  • In der heißen Jahreszeit blieb die Innentemperatur immer unter 25 Grad.
  • Einen großen Beitrag für die Berechnung von Gebäuden kann der für das Projekt entwickelte Rechenkern leisten. Er arbeitet extrem genau und bildet die Realität nahezu identisch ab.
  • Im Versuch funktionierte das Zusammenspiel der Bauteilaktivierung mit der Ziegelbauweise einwandfrei.
Ziegel besser als im Energieausweis dargestellt